Warenkorb

close icon

Die Grundsätze guten Lichts

Das Feuer der Gegenwart

Warum fühlt sich eine bestimmte Art von Licht besser an als eine andere? In unserem Manifest „Lamps for Neanderthal Man“ („Lampen für Neandertaler“) betonen wir die ursprüngliche Beziehung zwischen Mensch und Licht – in Form von Feuer. Mehr als eine Million Jahre lang war Feuer unsere einzige künstliche Lichtquelle. Es vertrieb wilde Tiere, brachte uns einander näher, hielt uns warm und vermittelte ein Gefühl der Sicherheit. Vor allem aber war die Feuerstelle eine Lichtquelle, die wir in unserer Nähe wissen und kontrollieren konnten.

Elektrisches Licht gibt es erst seit etwas mehr als einem Jahrhundert – ein Wimpernschlag in der Geschichte der menschlichen Evolution. Heute versuchen wir, unsere primitiven Bedürfnisse zu zähmen, um die Anforderungen der modernen und hochtechnologischen Welt an uns erfüllen zu können. Auch Licht ist im Grunde nur noch in elektrischer Form präsent. Räume werden im Irrglauben, stärkeres Licht sei gleichbedeutend mit größerer Produktivität, beleuchtet. In dieser für uns viel zu hellen Umgebung fühlen wir uns entblößt, klein und außerstande zu fliehen. 

Daher wollen wir moderne Feuerstellen, das Feuer der Gegenwart, erschaffen.

Licht, das für uns leuchtet, nicht auf uns.

„Ein Auge sieht, das andere fühlt.“

Paul Klees elegante Beschreibung der Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, ist nichts weniger als die perfekte Zusammenfassung unserer Philosophie. Wir bei Wästberg sind der Meinung, dass Licht zwei Arten von Bedürfnissen befriedigt – körperliche und emotionale – und wir daher sowohl seine messbaren wie auch seine nicht-messbaren Eigenschaften betrachten müssen.

Licht lässt sich in vielerlei Hinsicht messen. Das macht es einfach, es im Bezug auf physische Bedürfnisse wie Ergonomie und Sehkraft sowie Nachhaltigkeit und Kostenaufwand zu bewerten.

Nicht ganz so einfach zu messen, aber genauso wichtig, sind die emotionalen Qualitäten von Licht. Sie sprechen unsere tief verwurzelten menschlichen Bedürfnisse an und sorgen so für ein Gefühl von Intimität, Sicherheit und Kontrolle. Oder anders gesagt: Sie helfen uns dabei, uns wohlzufühlen.

Drei Prinzipien des Lichtdesigns 

Wenn wir bei Wästberg das Feuer der Gegenwart kreieren, berufen wir uns auf die drei Prinzipien des Lichtdesigns von Architekt Richard Kelly aus dem Jahr 1952. Während die wesentlichen Prinzipien daraus auch heute noch relevant sind, verwenden wir leicht adaptierte Begriffe und Definitionen für einen zeitgemäßen Zugang.

Gutes Licht bedeutet für uns – vereinfacht gesagt – das geglückte Zusammenspiel von drei Beleuchtungsarten, wobei direktes Licht dabei für gewöhnlich vorherrschend ist.

Focal glow

Ein fokussiertes Licht mit klarer Ausrichtung und Begrenzung – etwa in Form einer Arbeitsplatzbeleuchtung, einer Hängelampe oder eines Scheinwerfers. Direktes Licht erzeugt daher Aufmerksamkeit, trennt das Wichtige vom Unwichtigen und hilft uns dabei, klar zu sehen. Im Idealfall lässt sich direktes Licht anpassen und dimmen und kann so in einer Vielzahl an Situationen und für unterschiedliche Atmosphären eingesetzt werden.  

„,Focal glow' ist das Lagerfeuer aller Zeiten. ,Focal glow' ist das Scheinwerferlicht, das dich auf der modernen Bühne verfolgt. Es ist die Lichtquelle bei deinem Lieblingsleseplatz. Es ist der Sonnenstrahl, der das Ende eines Tals wärmt. Es ist das Kerzenlicht im Gesicht und das Blitzlicht auf einer Treppe.“ – Richard Kelly

Ambient luminescence

„Ambient luminescence“ beziehungsweise „Licht zum Sehen“, ist für die schattenlose Ausleuchtung von Räumen verantwortlich und daher zweifelsfrei eine Notwendigkeit in vielen Bereichen. Seine Stärke liegt allerdings darin, auf ein Minimum begrenzt zu werden und so als ideale Ergänzung zum „focal glow“ zu scheinen. Wir von Wästberg empfehlen sogenannte Plug-and-play-Leuchtkörper, die nicht nur gutes indirektes Licht ermöglichen, sondern auch die Flexibilität und Beweglichkeit bieten, die konventionelle Beleuchtungskörper oft vermissen lassen.

„,Ambient luminescence' ist das ungestörte Licht eines verschneiten Morgens am Land. Es ist das Nebellicht am Meer über einem kleinen Boot, es ist der Nebel der Abenddämmerung auf einem breiten Fluss, wo Ufer und Wasser und Himmel nicht mehr zu unterscheiden sind. Es ist der vor Showbeginn beleuchtete Dom und das Amphitheater des Hayden Planetarium, der Rundhorizont des offenen Theaters. Es ist jede Kunstgalerie mit Lichtstreifen an Wänden, einer lichtdurchlässigen Decke und weißen Böden.“ – Richard Kelly

Atmospheric accents

Unsere Interpretation von Kellys „play of brilliants“ („Licht zum Ansehen“) übersetzt seine Fokussierung auf glanzvollen Funken und schimmernden Glanzlichtern in unsere sanften stimmungsvollen Noten von Behaglichkeit und Intimität. Obwohl die Atmosphäre an sich im traditionellen Sinn vielleicht nicht unbedingt als funktional gesehen wird, nimmt sie doch eine zentrale Rolle ein. Ähnlich einer Kerze, Laterne oder einer Feuerstelle sorgen stimmungsvolle Akzente für einladende Wärme und ein wohliges Glimmern, das die Sinne anspricht. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie für eine dekorative Akzentuierung oder als beruhigende Stimmungsverstärker eingesetzt werden, die Akzente können überall dort sein, wo Sie sie haben möchten – in einem Bücherregal, auf einem Nachttisch oder in einem Fenster.